DIY & Food · Rezepte

Ein rosa Einhorn-Tortentraum

Liebe Leute,

ich gebe es hiermit zu: Ich kann und ich mag keine Torten backen. Denn ich bin besser im Torte essen als im Torte backen. But, hey, nobody is perfect.

Bis auf die Rotkäppchentorte, die ich meinem Mann (damals noch nicht mein Mann) vor gefühlten 100 Jahren (ich muss gleich weinen, weil es schon wirklich ewig her ist…Wo bitte ist nur die Zeit geblieben??) im Schweiße meiner Füße zu seiner Diplomierungsfeier gebacken habe und die er vor lauter Wirbel um seine Person nicht einmal probiert hat (dabei war sie sogar sehr lecker!!!), habe ich vor der aufwendigen Zubereitung von Torten lieber die Finger gelassen.

Doch nun stand im Mai der erste richtige Kindergeburtstag von Sophia an. Ihre vier besten Freundinnen sollten kommen, wichtige Persönchen im Leben einer meiner wichtigsten Personen und es galt alle Register zu ziehen, um die Party auch aus kulinarischer Sicht in einen Erfolg zu verwandeln. Optisch würde sie eh der Hammer werden, das stand von Vornherein fest. Da bin ich durchaus bescheiden. 😀

Korrigiert mich, doch ist nicht die Torte DAS Highlight auf jeder Geburtstagstafel? Die bewundernden, beinahe ehrfürchtigen „Ah’s“ und „Oh’s“ beim Betrachten des Meisterwerkes, dann das stimmungsvolle Prozedere um die Kerze: Auspusten der Kerze mit geschlossenen Augen, Jubel und Beifall-Klatschen der Gäste beim erfolgreichen Erlöschen des Kerzenlichts, anschließend der erste Schnitt in die noch (hoffentlich) perfekt aussehende Torte, der erste Geschmackstest, anerkennende Blicke in Richtung des Hobby-Konditors… Ach ja, träumt nicht jeder von seinen fünf Minuten Ruhm? Doch was zählt das schon auf einem Kindergeburtstag? Was habe ich mich verrückt gemacht, als ich dachte, ich müsse eine dieser gehypten Regenbogen-Einhorntorten, die es aktuell bei Pinterest zuhauf gibt, zaubern, nur damit ich dem Partymotto treu bleibe… Jetzt kann ich über meinen Tunnelblick nur schmunzeln. Denn die Lösung lag doch – wie so oft – direkt vor meiner Nase: Man könnte meine Lieblingstorte einfach einfärben und mithilfe eines Einhorns aus Schokolade verzieren. Zack, bumm, fertig, „Ah’s“ und „Oh’s“ und Beifall inklusive, ewige Bewunderung sollte mir danach sowieso sicher sein. Soweit meine Vorstellung.

Einziges, unwichtiges Detail am Rande: Ich habe meine Lieblingstorte bisher nie selbst gebacken. Die kam immer aus Schwiegermuttis Zauberküche. Doch für meine Kleine musste ich dem (faulen?) Zauber nachgehen und selbst den Kochlöffeln schwingen. Und wisst Ihr was? Ich hab’s geschafft. Ganz ohne Schweiß. Torte Nummer zwei meines Lebens war so schnell und unkompliziert zubereitet, dass ich beinahe enttäuscht war, wie wenig Mühe es mich gekostet hat. Das Beste – darum auch der Blogbeitrag – Ihr könnt sie ruckizucki nachbacken, weil sie 1. nicht gebacken wird, 2. perfekt vorbereitet werden kann, 3. ein vergleichsweise leichter Tortengenuss bei den steigenden Sommertemperaturen ist und 4. dank ihrer unaufdringlichen, geradezu minimalistischen Optik – mithilfe von etwas Lebensmittelfarbe und/oder Deko aufgepeppt – zu beinahe jedem Anlass präsentiert werden kann. Ein Allroundtalent in Sachen Torte also. Wenn das mal keine Argumente für diese Köstlichkeit sind, dann weiß ich auch nicht.

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Einhorntorte, die im echten Leben eine Zitronentorte ist

Zutaten:

  • Wiener-Boden (oder Biskuitboden)
  • 0,5 l Sahne (keine H-Sahne)
  • 250 g Quark
  • 6 EL Zucker
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Päckchen Götterspeise „Zitrone“
  • Lebensmittelfarbe (in meinem Fall rot)
  • Mini-Marshmallows für die Dekoration

Zubereitung:

  1. Sahne steif schlagen und kühl stellen.
  2. Quark, Zucker und Zitronensaft miteinander verrühren, dann mit Lebensmittelfarbe bis zur gewünschten Farbintensität einfärben.
  3. Götterspeisepäckchen vorsichtig und unter Rühren in 1/2 Teetasse (also in einer eher kleinen Tasse…) frisch aufgekochtem heißen Wasser lösen.
  4. Einen Teelöffel Quarkmischung in die gelöste Götterspeise rühren und anschließend die Götterspeise zur Quarkmischung geben.
  5. Die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben und alles zu einer homogenen Masse verrühren.
  6. Tortenring um den Wiener-Boden oder Biskuitboden legen und dann die Creme darauf verteilen. Keine Sorge, die Masse wird noch fest!
  7. Mit Mini-Marshmallows dekorieren und mind. 2 Stunden im Kühlschrank kühlen (am besten über Nacht durchziehen) lassen.

Weil ich keine Zeit mehr für einen süßen DIY-Cake-Topper hatte, genügte mir das gefühlte 10-Kilo schwere Schoko-Einhorn mit essbarem Glitzer als Eyecatcher auf der Torte. Kerze in Einhornpopo und die Torte war ein Augenschmaus. Geschmeckt hat sie übrigens allen geladenen wie auch ungeladenen, weil bereits im Haus mit Geburtstagskind zusammenlebenden Gästen „ganz ausgezeichnet“ (O-Ton von Sophia). Viel war am Ende der Feierei jedenfalls nicht mehr von ihr übrig und das aller letzte Tortenstück habe ich – zusammen mit einigen anderen köstlichen Resteleckereien – als Abendbrot genossen. Yummi!

Diese Torte macht es einem (sprich mir) sehr leicht, die ganze Torten-Back-Unlust gründlich zu überdenken. Vielleicht verstecken sich in den Tiefen des Internets oder in der einen oder anderen analogen Rezeptesammlung doch noch wahre Tortenschätze, die es wert sind, entdeckt zu werden.

Habt Ihr geniale Torten-Lifehacks oder einfache, aber wirkungsvolle Tortenrezepte? Dann gerne her damit. Schreibt mir in den Kommentaren oder per E-Mail. Ich freue mich auch von Euch zu hören.

Ich wünsche Euch ein sonniges und erholsames Pfingstwochenende.

Liebe Grüße von Eurer Regina

3 Kommentare zu „Ein rosa Einhorn-Tortentraum

  1. Hey, das ist ja eine süße Torte! Ich bin genau wie du besser im Torten essen als im Backen, aber ich habe letztens eine tolle Freestyle Torte gebacken, für meinen Freund zum Geburtstag.. ich habe einfach zwei Rezepte zusammen geworfen: Brownie Teig und Himbeercreme. Das war wirklich einfach, ich habe daraus dann eine kleine Schicht-Torte gezaubert und das sah sogar ziemlich cool aus.
    Kannst du mir noch verraten, wo es dieses Schokoeinhorn gibt? Die Torte wäre was für meine Nichte 🙂
    Liebe Grüße
    Anni

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Anni,
      schön zu wissen, dass man nicht die Einzige ohne ausgeprägte Tortenbackbegabung ist. 😀
      Dein Blitzrezept klingt sehr gut. Das teste ich mal!
      Das Einhorn habe ich bei „arko“ gefunden. Ich weiß nicht, ob die es noch haben. Es war auch etwas zu schwer für die Torte und kippte oft um… 😀 Ein Schleichtier wäre fast besser gewesen. ♡
      Hab einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße,
      Regina

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