Familie & Co

Meine Herzensdiebe

Wie alles begann oder Kleine und kleinste HerzensdiebeBlog.jpg

 

„Mamaaaaaaaa!“

Es ist kurz nach halb sieben am Morgen (in meiner Pre-Kinder-Zeitrechnung also noch mitten in der Nacht). Ich bin müde, hatte noch keinen Kaffee und kann daher noch kein echtes Drama gebrauchen. Dennoch. Aufgeregt kommt Sophia zu mir gelaufen, während ich an der Wickelkommode stehe und behutsam (und, ehrlich gesagt, noch nicht wieder ganz routiniert) einen frischen Body über Jakobs kleines, 1,5-Wochen altes Köpfchen ziehe.

„Mama, ich habe meinen Herzensdieb verloren!“

Verzweifelt und den Tränen nahe, steht meine Tochter Sophia (zu dem Zeitpunkt 2 Jahre und 3 Monate) neben mir und streckt mir ihre Arme entgegen, um hochgenommen und getröstet zu werden. Ehrensache, ich bin ja ihre Super-Mom.

Bei so viel Beachtung fließt nun doch eine Träne, die aber schnell mit dem Handrücken abgewischt wird.

Nach einer – für den Verlust des … ja, wovon eigentlich? … – angemessenen Zeit der beruhigenden Worte, frage ich sie schließlich:

„Sophia, was genau hast du verloren?“ Ich ernte sofort einen ungläubigen Blick aus ihren hübschen, großen braunen Augen.

„Na, den Herzensdieb! Der war an meiner Klingel dran!“

Ich lasse sie sanft auf den Boden gleiten, damit ich mich wieder meinem bzw. Jakobs Umziehprozedere widmen kann. Ein Hoch auf die Wärmelampe, die mein Baby selbst beim Wickeln und Co sanft in den Schlaf wärmt. Ich habe Zeit gewonnen, um mich nun tatsächlich ganz auf Sophias Problem zu konzentrieren. Zugegeben, mit nur aktuell wenig Schlaf intus, ein schwieriges Unterfangen.

Also. Denk nach, denk nach, denk nach…

„Meinst du etwa den Herzensanhänger?“ – „Jahaaa!“ Sophias Unverständnis ob meiner Beschränktheit in dieser offensichtlich dringenden Angelegenheit ist ihr schamlos deutlich anzumerken.

Ach so! Der silberne Geschenkanhänger in Herzform, der an einem ihrer Geburtstagsgeschenke befestigt war. Eben jener von ihr erwähnten, vor drei Monaten hübsch verpackten und sehnlichst gewünschten Klingel für ihr Laufrad. (Das, by the way, irgendwie nicht wirklich oft genutzt wird, im Gegensatz zu der geliebten Klingel. Herzenswunsch eben…)

Nachdem das geklärt ist, aber noch bevor die Suche nach dem Anhänger losgeht, muss ich sie einfach fragen: „Sophia, warum hast du den Anhänger Herzensdieb genannt?“

Wieder dieser ungläubige Blick. Langsam frage ich mich, ob er vielleicht gerechtfertigt ist. Hatte ich schon erwähnt, dass ich müde bin?

Während ich den perfekt umgezogenen und glücklicherweise immer noch friedlich schlafenden Jakob hochnehme und langsam Sophia in ihr Zimmer folge, denke ich kurz, wo eigentlich der Mann des Hauses ist. Schläft er etwa noch? Egal, nicht ablenken lassen.

„Na, weil der so schön ist.“ Sophia hat sich auf ihr Bett gesetzt und signalisiert mir damit ihre Kapitulation, was die noch nicht begonnene Suche nach ihrem Anhänger betrifft. Notiz an mein müdes Hirn: Wir müssen dringend an ihrem Durchhaltevermögen arbeiten.

„Ja, der ist wirklich schön.“ Ich lege Jakob vorsichtig in Sophias weißes Kinderbett und drapiere die rosafarbene Decke Stillkissen-like als Schutz um ihn (unwahrscheinlich zwar, dass er sich bereits jetzt aus dem Bett rollen könnte, aber sicher ist sicher…). Im Gegensatz zu Sophia bin ich nicht untätig und beginne mit der Suche. Unterm Bett ist er nicht. In der ebenfalls weißen Spielzeugtruhe am Fußende auch nicht.

„Was sind denn eigentlich Herzensdiebe?“ Ich nähere mich dem Bücherregal.

„Na, alles was man lieb hat und schön findet.“

Ich muss schmunzeln. Eigentlich logisch, denn schöne und liebgewonnene Dinge können einem – ebenso wie Personen – am Herzen liegen und daher auch Raum im Herzen „stehlen“. Klingt ganz nach einem Upgrade des doch eher negativ verwendeten Wortes „Herzensdieb“.

Dies war der Moment, in dem der Blog-Name für mich feststand.

Schon länger spielte ich mit dem Gedanken, meinen eigenen Mama-Kreativ-Deko-Blog zu schreiben, einzig allein der Name, der alle Themen am besten und treffendsten auf den Punkt bringt, fehlte bisher. Mein verkapptes Journalistenherz freute sich daher umso mehr, als Sophia mir nicht nur einen Blognamen, sondern auch die passende Definition dazu lieferte.

Jetzt, ein Jahr später, feierte Herzensdieb Nr. 2 Jakob bereits seinen ersten Geburtstag und kam Herzensdieb Nr. 1 Sophia in den Kindergarten.

Zeit also, um mit meinem neuen Herzensdieb online zu gehen, oder?

Hello world, here we go!

Willkommen also auf meinem Blog „Kleine Herzensdiebe“.

Schön, dass Ihr mit dabei seid.

Ich bin Regina, Jahrgang 1986, Ehefrau und Mutter mit Herz und Humor, Kieler Deern mit russischer Seele, Deko-, aber vor allem Selbermach-Fan. Auf meinem Blog findet ihr viele DIY-und Rezeptideen, Kreativ-Projekte und Dekorationsanregungen für Haus und Garten, und alles fein gespickt mit der ein oder anderen Anekdote aus meinem Alltag mit meinem Herzensmann und meinen beiden Herzenskindern.

Ich schreibe hier über meine ganz persönlichen Herzensdiebe und freue mich, das mit Euch teilen zu können. Vielleicht habt Ihr ja dafür Lust, meinen Blog mit Euren Kommentaren zu füllen und somit noch lebendiger zu machen.

Herzliche Grüße,

Regina

Ach ja, DEN Herzensdieb habe ich natürlich gefunden (Super-Mom eben): Sophia hatte ihn im Bücherregal zwischen Winnie Puuh und der Raupe Nimmersatt versteckt. Thematisch ähnlich, aber  glücklicherweise auf andere Herzensdiebe spezialisiert.

2 Kommentare zu „Meine Herzensdiebe

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