Hola Chicas und alle, die sich angesprochen fühlen,
heute wird es bunt auf dem Blog. Um nicht zu sagen mexikanisch-bunt-und-fröhlich. Zumindest in Worten. Ich hatte es bereits im Post am Montag angekündigt und das Kaktuskissen war irgendwie auch ein dezenter Wink mit dem Zaunpfahl: Ich habe heute nämlich virtuellen Besuch aus Mexiko! Wie cool ist das denn?? So cool, dass mir bei dem Gedanken an den gleich folgenden Gastbeitragstext unweigerlich der fiese Ohrwurm von Rex Guildo „Fiesta mexicana“ in den Sinn kommt… Moment, ich muss mir den Song kurz einverleiben, sonst liege ich noch die ganze Nacht mit einem „Hossa! Hossa!“ im Ohr…
So, ich schweife ab. Wer ist mein ominöser Gastblogger denn nun? Eins vorweg: Es ist eine Bloggerin OHNE Blog. Es ist die wunderbare und liebenswerte Tanja, die ich über Instagram als kennen gelernt habe, aber bei genauerer Betrachtung sogar durch gemeinsame Freunde im wahren Leben bereits hätte kennen lernen können. Wusste ich nur nicht. 🙂 Vielleicht geschieht das aber irgendwann, doch momentan lebt Tanja noch mit ihrer kleinen, aber feinen Familie in Puebla, in…ja, genau…Mexiko. Vor zwei Jahren aus beruflichen Gründen nach Mexiko gezogen, steht für Tanja und ihre Familie in wenigen Monaten wieder der Umzug nach Deutschland an. Ihr in Mexiko aufs Neue erlernte Lebensmotto „think positive“ wird sie sich aber mit Sicherheit auch in Deutschland bewahren. Heute berichtet sie – passend zum Bloggeburtstag – wie eine typische mexikanische Sommer-Fiesta für Kinder abläuft.
Sommerparty in Mexican-Style
Erstens…in Mexiko gibt es einfach keine Sommerpartys, denn Sommer ist hier 365 Tage im Jahr. Zumindest für uns Deutsche. Ich weiß, ein Mexikaner merkt 5 Grad Unterschied sofort und für ihn ist dann schon der schlimmste Winter ausgebrochen.
So, weiter geht’s zur Party:
Mexican-Style – was ist Mexican-Style!? Laut, bunt, Tequila, Corona-Bier, Tortillas, Frijoles und viel Fleisch. So oder so ähnlich kann man die mexikanische Party in sieben Worten beschreiben. Wenn man aber die Möglichkeit bekommt, für die liebe Regina zu ihrem Blog-Geburtstag einen Bericht zu schreiben, dann gebe ich mein Bestes und erzähle, wie es hier in Wirklichkeit abläuft. Wir als Ausländer und automatisch Besserverdiener haben das Privileg in einem „Hochsicherheitstrakt“ für „Wohlhabende“ zu leben.
Man kann so viel über Partys hier erzählen. Ich erzähle euch, wie die Mexikaner die Kindergeburtstage feiern. Habt ihr gewusst, dass, wenn ein Kind sein drittes oder 15-tes Lebensjahr erreicht hat, die größte Party überhaupt gefeiert wird?! Drei – weil kein Baby mehr und 15 weil erwachsen und so. Jaja, hier wird man im Gegensatz zu den USA oder Deutschland irgendwie schneller erwachsen. Ok, ok die 15. Geburtstage kenne ich nur vom Hören-Sagen. Jedoch weiß ich, dass das Geburtstagskind ein Prinzessinenkleid (also so ein 80er/90er Jahre Brautkleid, nur in Pink) tragen muss oder will, wie auch immer. Das ganze Dorf wird eingeladen, Mariachi bestellt, viel, viel Essen und Getränke (Tequila versteht sich), ah ja, nicht zu vergessen, eine Messe in der Kirche wird gehalten nur für das Geburtstagskind. So eine Art Danksagungsmesse für das „erwachsene“ Kind. Wenn ihr denkt, dass das schon alles verrückt ist. Ha verrückt kommt noch, also nicht aufhören zu lesen.
Ein kleines Kind, welches drei Jahre alt wird, bekommt nachts einen Einfall und erzählt seinen Eltern, was es unbedingt auf seiner Geburtstagsfeier haben möchte. Ha, wie bitte!? Ein Kind, nachts, Wünsche, genau so oder so ähnlich erzählen es mir die Eltern. Wir Deutsche können uns das kaum vorstellen, aber so ist das glaube ich hier, wenn die Kinder so erzogen werden, die Eltern ständig davon sprechen und andere Familien auch so feiern. Allerdings habe ich in diesen zwei Jahren Mexiko nicht einmal gesehen, dass die Party von dem Kind wahrgenommen wird, wie von den Eltern erhofft. Ich sehe eher überforderte Kinder, die den Süßigkeiten, Pinatas, Lautstärke, Shows, Tieren und Hüpftburgen ausgesetzt sind. Ist aber meine Meinung und eigene Meinung ist ja schließlich erlaubt oder!?
Ok. Nun zum Geburtstag von einem dreijährigen Mexikaner aus einer wohlhabenden Familie. Das ist ein ganz wichtiger Punkt wegen der hohen Ausgaben, anderen etwas Zeigen/Beweisen (Zusatzinfo: eine durchschnittliche Familie kann sich so etwas natürlich nicht leisten).
Schließlich leben wir schon seit zwei Jahren in Mexiko und wissen genau wie unpünktlich die Mexikaner sind, also die Faustregel für uns lautet immer ca. eine Stunde später als eingeladen zu erscheinen. Mit einer Stunde Verspätung kommen die ersten Gäste, der Rest noch später. Für uns heißt es dann ausgehungert und gelangweilt zu warten, bis alle angekommen sind und das Essen von 15 Kellnern serviert wird. Während die Gäste, die „pünktlich“ da sind, auf die Gäste warten, die später eintrödeln, heißt es ordentlich chatten, googeln, simsen, facebooken, instagramen. Auch später wird eher rumgesurft als sich unterhalten, weil sich ja keiner so richtig kennt. Es werden einfach alle, die man so im Vorbeigehen“ gesehen hat, eingeladen. So kommt man natürlich auf 70 Gäste ohne Kinder.
Und was machen die Kids in der Zwischenzeit? Die Kids laufen von einer Attraktion zur nächsten. Meine überforderte Tochter hat mich von einem Gesichtsbemalungsstand zu der ersten, zweiten und dritten Hüpftburg geschleppt. Voller Überforderung und mit einer Lautstärke hat sie mir von Mäusen, Schlangen, Skorpionen und Vogelspinnen erzählt. Ja ja ja die Feiern müssen immer größer, lauter, teurer als bei dem Nachbarn oder bei Familienmitgliedern etc. sein. Da muss auch ein Zoo mit kreischenden, frei durch die Gegend laufenden Wildschweinen, Hühnerstall, lauter Enten sowie Clowns, Musicals z.B. in Piraten-Style, 5-Gänge-Menü, DJ und und und bestellt werden. Das Schlimme an der ganzen Geschichte ist, dass es gar keinen Alkohol, nicht mal ein Bierchen light, für die Männer gibt. Stellt euch mal vor, das alles komplett nüchtern…


Ah ja, die 70 geladenen Gäste darf man nicht vergessen sowie ein Kamerateam, welches einem den ganzen Tag, fast bis auf die Toilette folgt. Ich bin gespannt, was die Gastgeber mit diesen Videos und Bilder dann machen …
Könnt ihr jetzt nachvollziehen, positiv denken und so 😉
Liebe Regina – nur für dich: DEKO! Es wird dekoriert, was das Land und die Welt so hergibt. Manchmal frage ich meinen Mann, ob die Location richtig ist oder ob hier eine Hochzeit gefeiert wird.
Ganz wichtig für Mexiko – die pompöse Candy Bar: immer nach dem Motto der Feier natürlich. Süßigkeiten, Popcorn, Chips, Schokobrunnen und und und … Wenn man allerdings genau hinschaut, sieht man, dass das, was glänzt, so gar nicht Gold ist. Pappteller, Plastikgeschirr. Die Tischdeko – (ganz selten frische Blumen, obwohl sie hier nichts kosten) besteht aus Plastikblumen und Luftballons aus einem Karton, einer ausgeliehenen Tischdecke, die bei 1.000 anderen Feiern schon gedient hat und langsam ausbleicht. Die ganze Feier wird selten von den Gastgeber selbst geplant. Meistens wird ein Eventmanager gebucht oder ein Gesamtpaket mit allem Drum und Dran gekauft. Also nix mit Liebe zum Detail, weniger ist mehr, Qualität statt Quantität. Je größer, pompöser, mehr, höher, lauter, bunter desto besser!!!
Ob ich diese Feiern toll finde!? Ja ja ja, allein aus dem Grund, weil es etwas anderes, etwas Besonderes, etwas total Verrücktes für uns ist. In weniger als vier Monaten sind wir für immer in Deutschland und lachen darüber, was wir hier alles gesehen und erlebt haben!
Liebe Tanja,
ich danke dir für diesen tollen Einblick in die mexikanische Feierkultur! Wow, das klingt alles so spektakulär und daher auch total unvorstellbar! Ich fand Sophias Einhornparty schon sehr aufwendig, aber eine mexikanische Fiesta toppt alles. 😉 Wie schön, dass du das alles live erleben und in deinen Erinnerungen abspeichern kannst. A lifetime Memory. Tausend Dank fürs Mitfeiern auf dem Blog und liebste Grüße über den Teich zu dir,
deine Regina
Nach diesem Exkurs zu den Party erprobten Mexikanern, zeigt Euch am Montag die Sweet-Table-Queen Evi aus dem Deko-Hus höchstpersönlich, wie Ihr Euch selbst mit Leichtigkeit einen vorzeigbaren Sweet-Table zaubern könnt. Die Blogparty must go on. 🙂
Bis dahin wünsche ich Euch einen wunderschönen Start in den Spätsommer,
Eure Regina
Ein Kommentar zu „Gastbeitrag zum Bloggeburtstag: Zeit für eine echte Fiesta!“