Es gab sie, die schmalen Zeitfenster.
Nach Sophias Geburt (vor ihrer Geburt sowieso, nur wusste ich es damals noch nicht in dem Maße zu schätzen, wie ich es jetzt tue).
Und vor Jakobs Geburt.
Und auch ein bisschen nach seiner Geburt.
Ach so, ihr wisst nicht, was ich meine? Die Rede ist davon, das Schlafzimmer befreit von Kinderspielzeug und Spucktüchern zu wissen. Beinahe wehmütig denke ich an diese Zeit, wenn ich wahlweise liegengebliebene Mini-Söckchen (was, bitteschön, machen die Socken im Sommer hier?), Tütüs, einen Kuscheltierberg („Mama, das ist ihre Höhle und sie liiiiiieben sich alle!“) oder fiese kleine Autos (Autschi, meine Barfüße bedanken sich…) unter Jakobs Babybettchen hervorhole, das zurzeit noch bei uns im Schlafzimmer steht. Im besten Fall befinden sich die aufgezählten Sachen nur unter dem Gitterbett und nicht (auch sehr beliebt) IN unserem Ehebett… Unser eh schon stark strapazierter, halbleerer Schlaftank läuft dann auf Reserve, wenn sich das Spielzeug o.Ä. erst des Nachts entweder durch Quietschen oder in den Rücken pieksen, aber in jedem Fall auf unbequeme Art und Weise bemerkbar macht.
Doch wenn es nur dabei bleiben würde!
Wir waren bereits so weit, dass Sophia IN IHREM Bett IN IHREM Zimmer gut durchgeschlafen hat. Vor Jakobs Geburt. Kurz nach seiner Geburt allerdings, kam sie – pünktlich auf die Sekunde um halb 1 nachts – wieder zu uns ins Bett. Sie fühlte sich ausgegrenzt und wir gewährten ihr die nötige Nähe, damit sie sich einerseits an ihren Bruder gewöhnt und sich andererseits nicht von ihm ins Abseits geschoben fühlt. Was sind wir doch für verständnisvolle Eltern!
Bis zum Kindergartenstart hatte sich die nächtliche Zimmerwanderung gelegt, alles lief wieder wunderbar: Jakob schlief vorbildlich in seinem Gitterbettchen in unserem Schlafzimmer durch, Sophia schnorchelte tief und fest in ihrem Zimmer und wir fielen allabendlich in unserem kinderfreien Bett ins verdiente Elternkoma.
Doch diese friedliche Zeit endete jäh, als Sophia in den Kindergarten kam. Dummerweise fiel dieser Start mitten in eine der zahlreichen Babyentwicklungsphasen, in der Jakob gerade steckte (ich sage nur „Oje, ich wachse!“) und die sich offenbar nur durch viel (nächtliche) Nähe ertragen ließ. Was dann folgte, konnten wir nicht vorhersehen… Denn seither schlafen mein Herzensmann und ich getrennt. Wegen unüberbrückbarer Differenzen. Besser bekannt als kleine Schlafräuber, die sich (beide!) zwischen uns drängen. Jede Nacht. Und sich jede Nacht – schlafend – einen unerbittlichen Kampf um das Vorrecht, mit auf Mamas Kissen liegen zu können, bieten. Ohne Rücksicht auf Verluste. Oder Kollateralschäden. Einer davon wäre dann wohl ich. Aus dem Bett fallend oder wie neulich, mit einem ganz besonderen Geschenk bedacht…


Die ungeschminkte Wahrheit am nächsten Morgen: Ich bin mehr als gewöhnlich von der Nacht gezeichnet…Was lernen wir daraus? Nicht viel, außer: Wenn zwei sich streiten, freut sich kein Dritter. Oder doch, die Make-Up-Industrie, denn getreu dem Motto „Viel hilft viel“, konnte ich zumindest dieses Problem kaschieren. Was das Schlafproblem betrifft, tja, Augen zu und durch, würde ich sagen. Es wird auch wieder besser. Irgendwann. Ganz bestimmt. Ich bin ein Optimist.
Kennt Ihr solche Situationen? Schreibt mir, es bleibt unter uns, versprochen. 🙂
Herzliche Grüße,
Eure müde Regina