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Welcome to my Kids-Crib #1

Fünf Wochen gemeinsame Elternzeit!

Man muss es sich langsam auf der Zunge zergehen lassen: F-Ü-N-F Wochen Zeit als Familie, intensiv, gaaaaanz viel. Zu viel? 😉 Nein, definitiv nicht. Wir haben es in vollen Zügen genossen. Neben unserer Sommer-Garten-Grillparty (die im Übrigen mehr als gelungen war! In aller Bescheidenheit natürlich 🙂 ), haben wir mit den Kindern viele schöne Tagesausflüge und Aktionen unternommen (u.a. Obst selber pflücken und Marmelade daraus kochen, mit der Fähre fahren, Angeln, SUPen auf Fehmarn, u.v.m.) und einen Urlaub an meinen Lieblingsstrand in St. Peter-Ording verbracht. Und natürlich war da noch Jakobs erster Geburtstag, den wir gleich zweimal gefeiert haben. Als Inner-Circle im Tierpark und etwas später mit der gesamten Familie bei einer Hotdog-Feierei. Ganz oben auf unserer Prioritätenliste zu Beginn der Elternzeit stand aber der Erholungsfaktor. Die Seele baumeln lassen, einfach auch mal Nichts tun können. Sonne, Sommer, Zeit genießen. Klang super.

Doch fünf Wochen Nichts-Tun können mittunter auch sehr lang werden, wenn man wie ich ständig unter Kreativ-Strom steht. Daher überkam mich bereits vor Beginn der Elternzeit die Panik, wir könnten uns in faule Faultiere verwandeln und nur ein Projekt, das sich über diese fünf Wochen erstreckt, sei der einzige Weg, dem zu entkommen. Ich gebe zu, dass mich das „Yippiejaja-yippie-yippie-yeah“-Gefühl – kennt ihr diese Baumarktwerbung noch? – nie ganz in Ruhe lässt. Doch was sollte es dieses Mal werden?

Als kleines Kind träumte ich immer von einem eigenen Garten (weil wir keinen hatten…), der all das bieten sollte, das ich als Kind (nicht nur) zu dem Zeitpunkt liebte. Meine imaginäre Wunschliste mit Gartenkriterien wuchs natürlich mit den Jahren ins Utopische, doch die wichtigsten Punkte blieben unveränderlich und sind bis heute echte Herzensdinge. Mein Traumgarten sollte in erster Linie ideal für Kinder sein und Folgendes bieten:

  1. Schaukel: Nichts ist entspannender als beim gleichmäßigen Schaukeln abzuschalten, zu träumen und mit sich und der Welt ins Reine zu kommen.  (check!)
  2. Sandkiste: Kreativität meets Matsch, muss ich mehr sagen? (check, wenn auch nur ungern, weil sie mittlerweile echt schäbig ist…egal)
  3. Trampolin: Besseres Ausdauer-, Gleichgewichts- und Muskeltraining in Einem kann ich mir nicht vorstellen. 🙂 (check und danke dafür, liebe Herzensnachbarn!)
  4. Obst: Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren, Äpfel… (ein großes CHECK!)
  5. Baumhaus: Ist selbst erklärend, denn jedes Kind träumt davon. Geheimer Rückzugsort, Ritterburg oder Prinzessinnenschloss, ganz egal, wie man es nennt, Hauptsache elternfreie Zone. Hier steht das „check!“ noch aus.

Was lag also näher, als im Sommer ein Gartenprojekt zu starten, das uns während der Elternzeit ein wenig auf Trab hält?! Wie gut, dass mein Herzensmann bei der Idee mitzog und mit zwei rechten Händen ausgestattet ist. Aufgrund der baulichen und „baumlichen“ Gegebenheiten lässt unser Garten zwar kein klassisches Baumhaus zu, unsere Alternative kommt dem aber durchaus ganz nah: ein Stelzenhaus in Baum-Nähe. 🙂

Es war also einmal eine tolle Idee, der zunächst eine ebenso tolle Bauzeichnung folgte.

1Genial, oder? Was wäre der Mensch ohne gut durchdachte Pläne. 🙂 Einer davon war übrigens auch, nur maximal zwei Tage pro Woche am Stelzenhaus zu arbeiten, die restlichen Tage dafür umso ausgefüllter als Familie zu verbringen. Aber Pläne sind ja immer so eine Sache, manche gehen auf, andere eher nicht. Unser wöchentlicher Zeitplan gehörte zu Letzteren.

Aber diese rudimentäre Zeichnung sollte erstaunlicherweise reichen. Der Spatenstich erfolgte bei bestem Sommerwetter und der erste Bau-Nachmittag ging schnell in einen lauen, arbeitswütigen  Abend über, mit akzeptablem Ergebnis. Sechs Pflanzsteine, mit Beton gefüllt, die die Träger für die KDI-Pfosten (9×9 cm) des Grundgerüsts halten sollten, wurden erfolgreich versenkt.

Mit viel Elan ging es an Tag Zwei weiter:

Natürlich ließ Sophia es sich nicht nehmen, ihren Herzenspapa tatkräftig zu unterstützen, immer „Wer will fleißige Handwerker sehen,…“ dabei summend. So gut gelaunt konnte die Arbeit ja nur schnell vorangehen. Das Ergebnis konnte sich (weit über die Gartengrenzen hinaus) sehen lassen, denn das Grundgerüst bzw. die Unterkonstruktion – bestehend aus KVH (8×6 cm) und Dachlatten (6×4 cm) – stand.

Etappenziel der ersten Elternzeit-Woche war somit erreicht. Doch das Kribbeln in unseren Neuerdings-Heimwerker-Fingern lies nicht locker, so dass an den beiden darauffolgenden Tagen Boden (für den Außenbereich des Häuschens haben wir uns für Terrassendielen wegen des besseren Grips entschieden), Wände und Dach das Stelzenhaus-Skelett bedeckten und man bereits das Haus als solches bezeichnen konnte. Als etwas komplizierter, weil filigranere Sägearbeit als bis dato notwendig, stellte sich die Frontseite mit Tür heraus. Doch solche Basteleien machen das „DIYen“ doch erst interessant.

Die zweite Elternzeitwoche brachte etwas Nieselwetter mit sich, aber das hielt uns nicht vom Weiterbauen ab. Nach der vorangegangenen Arbeit glich das Stelzenhaus mehr einem Gartenschuppen auf Pfosten denn einem Spielhäuschen, aber das ändere sich bereits mit dem Anbringen der Zaunelemente, die die kleine Veranda erkennen ließen.

Und weil das so easy-peasy schnell erledigt war, bekam das Häuschen noch am selben Tag drei Fenster verpasst, auf jeder Seite eins, außer auf der Rückseite. An diesem Baupunkt angekommen, stellte sich zum ersten Mal die Frage, in welcher Farbe das Stelzenhaus zukünftig erstrahlen sollte. Da wir beim Bau unseres eigenen Hauses viele Bauvorschriften einhalten mussten und ich somit meinen Klein-Mädchentraum von einem roten Schwedenhaus davonbürokratisieren sah, war schnell klar, dass nun dank dieses neuen Bauvorhabens doch ein Miniatur-Schwedenhaus unser Grundstück zieren sollte. Nach dem ersten Anstrich in „Bornholmrot“ (ja, ich weiß, das ist nicht schwedenlike, aber es ist etwas heller als das typische „Schwedenrot“…), fuhren wir nach St. Peter-Oding, in unseren wohlverdienten Urlaub. Unterwegs im Auto ersteigerte ich (extrem günstig und wunderbar erhalten – ein absoluter Glücksfall!) eine 3-Meter-Wellenrutsche, die mein Vater und mein Bruder während unserer Abwesenheit beim Anbieter irgendwo auf dem schleswig-holsteinischen Land abholten und anschließend das Stelzenhaus um einen Spaßfaktor reicher machten.

Nach unserem Urlaub, in der 4. Elternzeitwoche, verließ uns irgendwie irgendwann die Motivation angesichts der Streicharbeit, die gefühlt nie ein Ende fand. Bis spät in den Abend hinein waren (vor allem) mein Herzensmann und ich fleißig am Malern, damit jede Leiste (Fensterrahmen und Häuschen-Kanten etc.) hübsch anzusehen war, höhö… Das Innere des Häuschens ist übrigens naturbelassen, doch dazu demnächst mehr.

Nachdem jedoch diese etwas zähe und nervige, aber notwendige Arbeit getan war, fehlte zum perfekten Kinderglück nur noch eine Leiter, die – rot gestrichen und mit vom Opa spontan designten Handgriffen – das Ende unseres Bauprojekts markierte.

Mit Jakobs erstem Geburtstag, feierten wir (etwas untraditionell, weil nach Fertigstellung) auch gleichzeitig Richtfest. Es gab Hotdogs satt vom großen schwedischen Möbelhaus, passend zu unserem bornholmfarbenen Schwedenhaus. 😉

Und so sieht das Schmuchstück nun von allen Seiten aus. Das Haus mit Stelzen ist insgesamt 3,30 m hoch, im Haus selbst bieten ca. 1,70 m luxuriös viel Platz zum Spielen und der untere, freie Raum gibt genügend Platz für unsere Sandkiste her. Angesichts des schönen rot-weißen Hauses, fällt das Gerüst der Schaukel direkt daneben besonders negativ ins Auge. Aber hey, weil das Streichen so viel Spaß gebracht hat, wird das sicherlich unsere nächste Aufgabe sein…oder auch nicht…mal sehen.

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Mein Resümee: Es war ein tolles Projekt, das uns (meistens) beim Planen, Erstellen und Bauen viel Freude bereitet hat und gut in der Elternzeit realisierbar war. Wir hätten auch die gesamte Zeit für einen langen Urlaub nutzen können. Allerdings war es dank Elternzeit sehr komfortabel, nicht bis nach Feierabend warten zu müssen oder die kostbaren Wochenenden für den Bau zu „opfern“ (wer kleine Kinder hat, weiß, wie wichtig das Energie-Auftanken am Wochenenden ist!). Würden wir es wieder machen? Bestimmt. Genau so? Hm, vielleicht würden wir etwas organisierter vorgehen und insbesondere bestimmte Streicharbeiten vor Anbringung erledigen. Denn die Feinheiten, die Übergänge von rot zu weiß oder umgekehrt nahmen sehr viel Zeit in Anspruch, die man durch das Vorabanstreichen hätte einsparen können.

Doch wie sagt man so schön: C’est la vie. Wichtig ist nur, dass auf meiner imaginären Gartenwunschliste nun auch an dieser Stelle ein imaginäres Häkchen steht. 🙂 Die letzten beiden Punkte auf der Liste sind wieder realistischer zu erwerben: eine Hängematte und ein Strandkorb sollen meinen Traumgarten in materialistischer Hinsicht nächsten Sommer perfekt machen. Danach wende ich mit der Botanik, speziell der noch nicht so zahlreich vorhandenen Blütenpracht zu.

Doch zuerst steht ein anderer, ebenso wichtiger Punkt auf meiner To-Do-Liste: das Aufpimpen des Stelzenhauses. Ihr seht, es gibt immer etwas zu tun, denn das „Yippiejaja-yippie-yippie-yeah“-Feeling gibt nie so richtig Ruhe. Ihr dürft Euch daher schon auf den nächsten Beitrag freuen, der sich mit dem Einrichten und Dekorieren des Häuschens beschäftigen wird. Seid gespannt. 🙂

Was treibt Euch rum? Kennt ihr auch das DIY-Kribbeln? Wann überkommt es Euch? Schreibt es mir und auch, wenn Ihr Fragen zu unserem Stelzenhaus habt. Ich freu mich über Eure Kommentare.

Habt einen wunderschönen Sommerausklang.

Eure Regina

 

 

8 Kommentare zu „Welcome to my Kids-Crib #1

    1. Vielen Dank, Sabrina! Unsere beiden sind auch nur unter Protest aus dem Stelzenhaus und von dort runter zu bekommen…Mit dieser Begeisterung hatte ich auch nicht gerechnet. 🙂 Ich gestalte es gerade von innen (Blogpost darüber folgt bald) und beide sind noch mehr aus dem Häuschen! 🙂
      Liebe Grüße
      Regina

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  1. Pingback: Im Winter hilft nur Vitamin S – Kleine Herzensdiebe

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